Spix-Ara

Cyanopsitta spixii
Englisch: Spix’s Macaw

Der Spix-Ara – auch als „kleiner blauer Ara“ bekannt – zählt zu den seltensten und gleichzeitig bekanntesten Papageienarten der Welt. Mit seinem sanften, matten Blauton und seiner geringen Körpergröße wirkt er besonders zierlich und elegant.

Er erreicht eine Länge von etwa 56 cm bei einem Gewicht zwischen 330 und 390 g. Das Gefieder ist überwiegend matt-blau mit grünlichem Anflug an Brust und Bauch. Stirn, Wangen und Ohrdecken zeigen hellgrau-blaue Töne. Der Schnabel ist schwärzlich, die Iris hellgelb, die Füße grau.

Der ursprüngliche Lebensraum des Spix-Aras lag in Nordost-Brasilien, insbesondere im Süden des Bundesstaates Piauí und im Nordosten von Bahia. Er bewohnte trockene, dornenreiche Steppenlandschaften (Caatinga) mit lockerem Baumbestand entlang von Flussläufen – eine Lebenswelt, die durch ihre karge Vegetation und saisonale Wasserknappheit geprägt ist.

In freier Wildbahn war der Spix-Ara meist paarweise unterwegs. Sein Verhalten war ruhig, aufmerksam und scheu. In menschlicher Obhut zeigt er sich sozial, lernfähig und bindungsfähig, benötigt jedoch viel Einfühlungsvermögen und Ruhe.

Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen des Favela-Baums (Cnidoscolus) und des Pinhão-Baums (Jatropha). Auch die Früchte der Facheiro-Kakteen sowie weitere regionale Pflanzenarten gehörten zur natürlichen Ernährung. In menschlicher Haltung werden vergleichbare Samen, Beeren und Kaktusfrüchte ergänzt.

Als ehemalige Wildart mit scheuem Wesen braucht der Spix-Ara besonders geschützte Rückzugsbereiche, viel Struktur und leise Umgebung. Heute wird er ausschließlich in Schutzprojekten und unter strengen Bedingungen gehalten. Eine artgerechte Haltung erfordert Erfahrung, Ruhe, große Volieren und intensive Pflege.

Der Spix-Ara gilt in freier Wildbahn als ausgestorben. Jahrzehntelanger Fang, Lebensraumverlust und mangelnde genetische Vielfalt führten zu seinem Verschwinden. Durch internationale Zucht- und Auswilderungsprojekte (z. B. ACTP, ICMBio) bestehen heute jedoch neue Hoffnungen – einige Tiere leben inzwischen wieder in geschützten Arealen Brasiliens.