Hyazinthara

Anodorhynchus hyacinthinus
Englisch: Hyacinth Macaw

Mit seinem tief kobaltblauen Gefieder und den auffällig gelben Hautpartien gehört der Hyazinthara zu den imposantesten Papageien weltweit. Als größter flugfähiger Papagei fasziniert er durch majestätisches Auftreten und seine hohe Intelligenz – und ist zugleich stark gefährdet.

Er misst bis zu 100 cm bei einem Gewicht zwischen 1.200 und 1.400 g. Der kräftige Schnabel ist fast schwarz, die Schwanzunterseite dunkelgrau. Beine und Iris erscheinen dunkelgrau bzw. braun. Typisch ist der gelbe Augenring sowie die gelbe Hautpartie hinter dem Unterschnabel.

Der Hyazinthara lebt im Landesinneren Brasiliens südlich des Amazonas. Sein Lebensraum umfasst offene Savannen mit Bauminseln, trockenes Buschland und saisonal überschwemmte Sumpfgebiete wie das Pantanal, das von Palmeninseln durchzogen ist. Diese Gebiete bieten wichtige Brut- und Nahrungsressourcen.

In freier Natur ist der Hyazinthara meist paarweise oder in kleinen Gruppen unterwegs. Er zeigt ausgeprägtes Sozialverhalten, hohe Lernfähigkeit und intensive Bindung zu Artgenossen. Seine lauten, rauen Rufe sind charakteristisch für weite Kommunikation in offenen Landschaften.

Die Nahrung besteht überwiegend aus Palmfrüchten, insbesondere von Attalea– und Syagrus-Palmen. Ergänzend werden reife und unreife Früchte (z. B. Feigen), Nüsse, Beeren sowie gemüseartige Pflanzenteile aufgenommen.

Eine artgerechte Haltung erfordert großzügige Innen- und Außengehege mit einer Mindestfluglänge von 5 m. Wichtig sind kletterfreundliche Strukturen, kalziumreiche Ernährung, Beschäftigungsmöglichkeiten und der enge Kontakt zum Pfleger. Der Hyazinthara braucht geistige wie physische Herausforderungen.

Der weltweite Bestand liegt unter 4000 Tieren. Der Hyazinthara ist aus vielen Regionen verschwunden und gilt als gefährdet. Ursachen sind Lebensraumverlust, Fang für den Heimtierhandel und Wilderei. Schutzprojekte in Brasilien (z. B. BioBrasil, World Parrot Trust) spielen eine zentrale Rolle beim Erhalt dieser Art.